Quarzsand – Soda – Kalk, drei undurchsichtige, ja unscheinbare Rohstoffe ergeben zusammengeschmolzen einen durchsichtigen, glasklaren Universalwerkstoff der heutzutage nicht mehr zu entbehren ist: Glas!
Bereits vor Christi Geburt stellten die römischen Glasmacher, flache Scheiben mittels einer Gusstechnik her. Zähflüssiges Glas wurde auf nasses Holz aufgegossen und mit einem Werkzeug zu einer Scheibe useinander gezogen beziehungsweise flachgestrichen. Diese Scheiben waren ziemlich dick und wenig durchsichtig. Um Christi Geburt wurde die Glasmacherpfeife (ein Metallrohr, mit dem flüssiges Glas
aufgeblasen werden kann) erfunden. Mit Hilfe dieses Instruments erzeugten Glasmacher Zylinder und fertigten daraus flache Scheiben, diese Technik wird durch Funde belegt. Der Mönch Theophilus Prespyter beschrieb um 1100 n. Chr. erstmals die Herstellung von Tafelglas nach dem Zylinderblasverfahren.

Die exakte Beschreibung dieser Herstellungstechnik lässt auf einen derart hochentwickelten Stand schließen, dass diese Methode zu dieser Zeit bereits mehrere Jahrhunderte alt gewesen sein muss. Die Oberflächen der so produzierten Gläser waren allerdings uneben. Von Handarbeit zur industriellen Fertigung 1688 wurde das so genannte Tischverfahren entwickelt, bei welchem flüssiges Glas auf einen vorgeheizten Metalltisch gegossen und danach flach gewalzt wurde. In dieser Art wurden große, dicke Glasscheiben hergestellt, deren Oberflächen durch nachträgliches beidseitiges schleifen plan und parallel gemacht wurden. Somit gab es keine Verzerrungen in der Durchsicht und erstmals konnten Spiegel hergestellt werden, die nicht verzerren oder „lügen“. Ab 1914 wurde Flachglas FLACHGAU mit Maschinen in großer Menge durch das so genannte Fourcault-Verfahren (Glas wird direkt aus der Schmelze gezogen) hergestellt. Jetzt konnte erstmals Flachglas in großen Abmessungen und in großer Menge günstig produziert werden. Der einzige Nachteil war jedoch leichte Ziehstreifen an den Oberflächen. 1958 revolutionierte das „Floatverfahren“ die Glasproduktion. Flüssiges Glas fließt aus einer Schmelzwanne kontinuierlich auf ein flüssiges Zinnbad und wird mit geeigneten Werkzeugen, so genannten Toprollern, in die gewünschte Dicke gebracht. Nach der Formgebung wird dieses endlose Glasband durch einen Kühltunnel befördert. Danach wird das Glas auf die Lagermaße zugeschnitten. Diese Produktion ist der heutige Stand der Technik. Die Oberflächen sind planparallel und daher entstehen
keine Verzerrungen in der Durchsicht. Die Zukunft wird aufregend Somit spannt sich der Bogen vom einfachen Schließen einer Maueröffnung mit transparentem Baustoff bis hin zum High-Tech-Material und Funktions-Isolierglas. Aber noch ist kein Ende in der Entwicklung abzusehen. Es werden bereits Prototypen, bestehend aus Vakuumisoliergläsern mit Gesamtstärke von nur 10 mm und einem Ug Wert von unter 0,4 gebaut. Das bedeutet: Glas ist und hat Zukunft.

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